PORR AG | KAUFEN | Kursziel: 18,20 Euro | Kurspotential: +40,2%

PORR 9M/22: Verbesserung der EBT-Marge gelungen: PORR konnte die Produktionsleistung um 9,4% ggü. dem Vj-zeitraum deutlich steigern und hat unsere Erwartungen übertroffen. Nach dem erwarteten Rückgang bei den Auftragseingängen ist die Book-to-bill-ratio auf 1,02 zurückgefallen. Der Durchschnittswert für die letzten vier Quartale liegt mit 1,01 ebenfalls weiterhin über „1“. Für das ganze Jahr 2023e besteht eine gute Visibilität dank voller Auftragsbücher (AB bei 7,86 Mrd. Euro) und einem diversifizierten Portfolio.

Das EBT lag mit 57,5 Mio. Euro ebenfalls über unseren Erwartungen. Es enthält einen Einmalertrag in nicht genannter Höhe aus einem Beteiligungsverkauf.

PORR hat Ausblick für 2022e moderat erhöht: PORR erwartet jetzt eine PL von etwa 6,0Mrd. Euro, verglichen mit bisher 5,7-5,9 Mrd. Euro. Wir haben unsere Schätzung auf 5,97 (bisher: 5,85) Mrd. Euro angehoben. Für das EBT wurde das Ziel jetzt auf „mehr als 100 Mio. Euro“ konkretisiert. Wir bestätigen mit 110 Mio. Euro unsere Erwartung. Sehr wichtig ist aus unserer Sicht die Bestätigung des Mittelfristziels für 2025e von 3%.

FMR: Kursziel steigt auf 18,20 Euro (+1,7%) je Aktie: Nach der leichten Anhebung unserer Prognosen hat sich unser Kursziel moderat erhöht. Bezüglich der Segmente sehen wir die Mittelfristziele für die PL und die EBT-Margen (rund 3,0% im Konzern) weiterhin als erreichbar an. Der Investment Case für die PORR-Gruppe ist aus unserer Sicht weiterhin intakt. PORR hat ein gutes Verhältnis zwischen öffentlichen und privaten Aufträgen und der Anteil des Wohnungsbaus am Auftragsbestand liegt derzeit bei unter 15%. KAUFEN-Empfehlung bestätigt.

MorphoSys AG | KAUFEN | Kursziel: 27,00 EUR | Kurspotential: +82%

Warum der Aktienkurs leidet und das neue Kursziel: Die Weltwirtschaft wird durch eine Reihe komplexer geopolitischer Ereignisse erschüttert, und Biopharma steht vor der Herausforderung, neue Tiefen zu erkunden. Der Rückgang bei den Biotech-Börsengängen ist eine der Folgen. Andererseits hat die Forschung gezeigt, dass das Geschäftsklima sowohl in den USA als auch in Europa einen Abwärtstrend aufweist, obwohl dieser Trend in Europa besser ist (z. B. IMF Working Paper, Oktober 2022). Aber diese Themen sind nicht die einzigen, die die Aktienkurse unter Druck setzen. Das Scheitern von Gantenerumab in den beiden Zulassungsstudien zur Alzheimer-Krankheit (was den Aktienkurs um 29 % drückte) und das Erreichen des Endes des Weges mit Otilimab von GlaxoSmithKline (GSK) sind die beiden anderen negativen Nachrichten, die den Aktienkurs negativ beeinflussen.

Unter Berücksichtigung der in diesem Bericht erwähnten Themen stufen wir daher unser Kursziel von 30,00 Euro auf 27,00 Euro herab und bekräftigen unsere KAUFEN Empfehlung.

ERWE Immobilien AG | KAUFEN | Kursziel: 2,40 EUR | Kurspotenzial: 73,9%

9M/22: Rückläufiges, aber positives Bewertungsergebnis: Bei einem auf 90,6%
(31.12.´21: 89,3%) gestiegenen Vermietungsstand konnten die Erträge aus der
Immobilienbewirtschaftung deutlich um 21,4% auf 6,8 Mio. Euro verbessert
werden. Sie entsprechen damit nahezu unserer Schätzung. Zum Anstieg haben vor
allem die neuen Standorte in Wuppertal und Bremerhaven (Mieter: C&A) ebenso
wie der Standort in Speyer beigetragen.


Wegen eines deutlich rückläufigen Bewertungsergebnisses, hier waren wir zu
optimistisch, war das EBIT mit 0,03 Mio. Euro nur knapp positiv. Dies gilt dann
ebenso für die Entwicklung des Nettoergebnisses.
Entwicklung bei den Bestandsimmobilien: In Speyer, Lübeck und Coesfeld wurde
mit bestehenden Mietern eine Verlängerung der Mietverhältnisse über eine Fläche
von 9.200m2
vereinbart. Wie schon in H1/22 berichtet, wird bei den vorhandenen
Objekten über eine Neuvermietung von 6.700m2 weiterverhandelt. In Krefeld (City-Colonaden) stehen Verhandlungen über eine Vermietung von rund 1.750 m2
offenbar vor einem baldigen Abschluss. Für den Neubau in der Krefelder Innenstadt
wurde im November der Grundstein gelegt. Mitte 2023 muss das Gebäude zum
größten Teil bezugsfertig sein.
Finanzziele 2022e erneut bestätigt: Erwartungsgemäß hat ERWE die Jahresziele
2022e bestätigt. Für die Erträge aus der Immobilienbewirtschaftung erwarten wir
weiterhin einen Wert von 10,1 Mio. Euro. Nachdem wir die Erwartungen für das
Bewertungsergebnis zurückgenommen haben, sind wir bei den
Ergebniskennziffern vorsichtiger geworden, und erwarten nun ein EBIT von 1,6
Mio. Euro (vorher: 3,1 Mio. Euro).
Dem allgemeinen Kursdruck im Immobiliensektor kann sich auch die ERWE-Aktie
nicht entziehen. Der EPRA NRV mit 3,42 Euro sowie unser DCF-Modell mit 2,40
Euro liegen deutlich über dem aktuellen Kurs. „KAUFEN“ bestätigt.

Marinomed Biotech AG | KAUFEN | Kursziel: 110,00 EUR | Kurspotential: +55%

Finanzieller Ausblick, FMR-Schätzung und Kursziel: Für GJ/22e wird ein Umsatz von 13,6 Mio. Euro (zuvor: 14,5 Mio. Euro) und ein EBIT von -7,9 Mio. Euro (zuvor: -7,9 Mio. Euro) erwartet. Wir haben unsere Schätzung unter Berücksichtigung des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds und der komplexen geopolitischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf die Biopharma geändert. Wie wir wissen, ist das schlanke Geschäftsmodell des Unternehmens effizient und bringt uns zu der Ansicht, dass Marinomed als Biotech-Unternehmen in der Lage ist, diesem geopolitischen Kampf standzuhalten, aber wir sehen immer noch die Unterbrechung der Lieferkette, Inflation und steigende Material- und Energiekosten als Herausforderungen. Daher haben wir unsere Schätzung für das Gesamtjahr 2022e leicht reduziert. Wenn wir die Strategie 2025 von Marinomed verfolgen, kommen wir bisher zu dem Schluss, dass diese Strategie auf dem richtigen Weg ist. Diese Botschaft wird für uns greifbar, wenn wir die Höhepunkte der ersten neun Monate des Jahres 2022e sowie die kurz-, mittel- und langfristigen Pläne des Unternehmens aufschlüsseln. Durch die genauere Kontextualisierung und Durchführung von präklinischen und klinischen Programmen leistet Marinomed hervorragende Arbeit bei der Steigerung seiner Einnahmen. Eines dieser Programme, über das wir uns sehr freuen, betrifft Augenentzündungen (Tacrosolv). Auf der Grundlage aller Geschäftspläne des Unternehmens wird für 2023e eine weitere Trendwende erwartet. Wir bekräftigen unsere Kaufempfehlung mit einer leichten Reduzierung des Kursziels auf 110,00 Euro (115,00) und bestätigen unseren Investment Case für die Marinomed Biotech AG.

Bet-at-home.com AG | HALTEN | Kursziel: 7,00 EUR | Kurspotential: +54%

9M unter Erwartungen: Heute hat das Unternehmen die 9M Zahlen veröffentlicht, die leicht enttäuschten. Mit einem EBITDA von 2,2 Mio. EUR lag das 9M Ergebnis leicht hinter unseren Erwartungen von 3,1 Mio. Euro. Der GGR nach 9M war bei knapp 39 Mio. Euro, im Vergleich zu unserer Schätzung von 41 Mio. Euro. Das Konzernergebnis nach 9M lag bei -0,2 Mio. Euro, während wir mit Break-Even rechneten.

Guidance 2022 wurde nach unten angepasst: Nach den 9M Zahlen wurde die Guidance nach unten angepasst. Mit einem neuengeschätzten GGR von 45-50 Mio. EUR und ein EBITDA von -2 bis -4,5 Mio. Euro liegt die Guidance nun unter unseren bisherigen Schätzungen. Nach Anpassung schätzen wir das 2022er EBITDA bei -1 Mio. Euro, bei einem GGR von 59,6 Mio. Euro. Wir sind hoffnungsvoll, dass das 4. Quartal starke Impulse zeigt und insbesondere auch die WM den GGR antreibt. Darum fühlen wir uns wohl mit einem leicht höheren GGR als die Guidance. Ab 2024e sehen wir mit +0,2 Mio. Euro auch das Konzernergebnis wieder positiv. Für 2023e gehen wir derzeit von einer roten  Null aus.

Momentum braucht dringend neues Momentum; Kursziel runter auf 7,00 Euro: Wir behalten unsere HALTEN-Empfehlung, aufgrund der aktuellen Chancen und Risiken bei. Unser Kursziel sinkt auf 7,00 Euro (13,00). Sobald sich der Newsflow positiv entwickelt und es wieder mehr Visibilität gibt, erwarten wir eine ebenfalls positive Entwicklung des Aktienkurses. Wir vermuten eine positive Entwicklung vor allem im 4. Quartal vor/während der WM in Katar. Wir verfolgen das Unternehmen aber weiterhin sehr eng. Bei Bedarf passen wir unsere Schätzungen an.

Kapsch-Aktie auf Kaufen hochgestuft

Kapsch TrafficCom AG | KAUFEN | Kursziel: 16,00 Euro | Kurspotential: 40,6%

H1/22/23: Divergierende Segmententwicklung: Mit den jetzt vorgelegten H1/22/23 Zahlen hat Kapsch unsere Erwartungen und den Konsensus übertroffen. Dabei ist eine divergierende Entwicklung beider Segmente Maut (M) und Verkehrsmanagement (VM) zu beobachten. M steigerte den Umsatz um 7,9% und konnte die EBIT-Marge auf 1,3% (Vj.: 0,7%) verbessern. Dies wurde vor allem durch ein stark steigendes Errichtungsgeschäft getragen. VM dagegen hatte einen 6,3%igen Umsatzrückgang zu verkraften und die Marge brach ein auf 2,3% nach 9,3%. Die Konzern-Jahresziele für 2022/23e wurden erneut bestätigt.

Erste Anzeichen einer Belebung des Neugeschäfts: Wie das Management ausführte, ist eine langsame Markterholung sichtbar und Kapsch rechnet mit Nachholungen bei Aufträgen und mehr Neubestellungen ab 2023. In Q2/22/23 erhielt Kapsch u.a. drei neue Großaufträge (Göteborg, Sharjah, Miraflores) mit einem von uns geschätzten Volumen von 20-25 Mio. Euro. Bei inzwischen reduzierter Kostenbasis sollte sich ein deutlich positiver Ertragseffekt ergeben.

FMR: Kursziel steigt auf 16,00 Euro je Aktie (+1,9%): Wir haben die Segmentbeiträge für Umsatz und EBIT zugunsten des Maut-Segmentes erhöht, unsere Konzernprognosen aber weitgehend unverändert gelassen. In Q3 ist ein Sonderertrag von ca. 4,0 bis 5,0 Mio. Euro aus dem Verkauf des GB Öffentlicher Verkehr in Spanien zu erwarten, den wir noch nicht berücksichtigt haben.

Kapsch arbeitet die vorhandenen, margenschwachen Projekte weiter ab. Künftige Kurstreiber könnten die Belebung des Neugeschäftes sowie auch eine Entschädigung aus dem PKW-Maut-Projekt in Deutschland sein. Wir rechnen mit einer Rückführung der derzeit hohen Finanzverschuldung. Empfehlung: KAUFEN.

Borussia Dortmund GmbH & Co. KG | KAUFEN | Kursziel: 5,00 EUR | Kurspotential: 42%

Q1 Zahlen ohne große Überraschungen: Am Freitag hat der BVB seine Zahlen für
das Q1 22/23 (endete am 30.09) veröffentlicht. Insgesamt lagen die Zahlen soweit
im Bereich der grundsätzlichen Erwartungen. Jedoch stürzte die Aktie gestern um
über 10% auf unter 4 Euro, nachdem man unglücklich gegen Werder Bremen in der
Nachspielzeit 2:3 verloren hatte. Bis zur 88. Minute führte man noch 2:0. Die
Konzernumsätze lagen bei 104 Mio. Euro, während wir mit 111 Mio. Euro
rechneten. Das EBITDA kam auf 73 Mio. Euro, wir erwarteten 75 Mio. Euro. Mit
Abschreibungen in Höhe von 29,9 Mio. Euro landete das EBIT bei 43,1- Mio. Euro.
Insgesamt erreichte das Konzernergebnis nach Steuern ein Ergebnis von 37,8 Mio.
Euro aus. Wir planten mit -36,6 Mio. Euro und haben somit relativ genau eine
Punktlandung erreicht. Die Transfererlöse beliefen sich auf 61,4 Mio. Euro und
somit rund 2 Mio. über dem Vorjahres-Q1.
WM-Pause zur richtigen Zeit: Obwohl der BVB solide in die Saison gestartet ist, gab
die Mannschaft in den letzten Spieltagen einige unnötige Punkte ab. Am 15.
Spieltag (letzter vor der WM-Pause) verlor man auswärts bei Borussia
Mönchengladbach mit 4:2. Im DFB Pokal erreichte man das Achtelfinale und wird
im neuen Jahr in Bochum um den Einzug ins Viertelfinale spielen. Auch in der CL
konnte man sich nach einem holprigen Start für die KO-Runde als 2. hinter ManCity
qualifizieren und trifft dort auf Chelsea.
Angepasste Schätzungen für 2022/2023e: Wir haben nach den Q1 Zahlen unsere
Schätzungen etwas angepasst und erwarten nun Umsätze in Höhe von 433 Mio.
Euro, sowie ein Konzernergebnis von -5,8 Mio. Euro. Ab 2023/2024e erwarten wir
wieder ein Nettoergebnis auf Break-Even Höhe (-0,2 Mio. Euro), sollte nach dieser
Saison die Pandemie langsam zum Ende kommen. Insgesamt sehen wir die
Abschreibungen langsam wieder sinken (2023/2024e unter 100 Mio. Euro).
Kursziel und Empfehlung werden bestätigt: Wir erneuern weiter unser Kursziel von
5,00 Euro und bestätigen unsere KAUFEN-Empfehlung. Da die Aktie in den letzten
Jahren im 2. Halbjahr meistens besser performte, glauben wir weiter an ein
positives Momentum in diesem Jahr.

Evotec SE | KAUFEN | Kursziel: 30,00 EUR | Kurspotential: +58%

Unsere Meinung und unser Kursziel: Die Weltwirtschaft wird durch eine Reihe komplexer geopolitischer Ereignisse erschüttert, und Biopharma steht vor der Herausforderung, neue Tiefen zu erkunden. Der Rückgang bei den Biotech-Börsengängen ist eine der Folgen. Andererseits hat die Forschung gezeigt, dass das Geschäftsklima sowohl in den USA als auch in Europa einen Abwärtstrend aufweist, obwohl dieser Trend in Europa besser ist (z. B. IMF Working Paper, Oktober 2022). Insgesamt sind Störungen in der Lieferkette, Inflation und steigende Material- und Energiekosten die Herausforderungen, die wir derzeit für Evotec sehen. Ein weiterer Nachteil des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds zeigt sich in Verzögerungen bei Meilensteinen für Evotec. Aufgrund der aktuellen Umstände bestätigen wir unsere KAUFEN-Empfehlung und senken unser Kursziel auf 30,00 Euro (36,00). Aufwärtspotenzial: +58%.

INDUS Holding AG | KAUFEN | Kursziel: 30,00 EUR | Kurspotential: 31,0%

INDUS in 9M/22 mit guter operativer Entwicklung: INDUS hat die vorläufigen
9M/22 Ergebnisse bestätigt. Q3/22 war in besonderer Weise von Sonderfaktoren
bestimmt, wie kaum ein Quartal zuvor. In Summe ergaben sich belastende
Sondereffekte von 81,5 Mio. Euro. Das um diese Sondereffekte bereinigte EBIT
konnte um 6,8% ggü. Vj. gesteigert werden.
Vor allem die drei großen Segmente B/I, M/A und M haben dazu beigetragen und
sich stärker in den Vordergrund geschoben. Der hohe Anstieg im Working Capital,
+35,1% zum 30.09., ist u.a. durch eine bewusste Erhöhung der Vorräte zu erklären,
die vor dem Hintergrund steigender Preise und Verfügbarkeit zu sehen ist.
Jahresprognose 2022e angepasst: Die bereits am Anfang des Monats nach unten
revidierte Prognose wurde jetzt bestätigt und für die Segmente präzisiert. Umsatz
zwischen 1,9 bis 2,0 Mrd. Euro; EBIT zwischen 15,0 bis 30,0 Mio. Euro.
FMR: Bewertung: Wir hatten unsere Prognosen bereits im Update vom 04.11.2022
nach unten angepasst und haben jetzt eher ein „Feintuning“ vorgenommen. Unser
neues Kursziel sinkt nochmals leicht auf gerundet 30,00 Euro je Aktie (-1,0%). Unser
Blick richtet sich zunehmend auch auf 2023e. Beim berichteten EBIT erwarten wir
vor allem durch den Wegfall der Sonderfaktoren einen deutlichen Anstieg von 20
Mio. Euro auf rund 90 Mio. Euro. Dabei wird vor allem das Segment F entlastet,
aber noch negativ bleiben.
Die schmerzlichen hohen Sonderbelastungen führen auch zu einer Verbesserung
der Bilanzqualität. Die langfristige INDUS-Strategie überzeugt uns weiterhin. Die
weitere Rückführung des Serienzuliefergeschäftes in F wird die Ertragskraft
weiter stärken. „KAUFEN“ bestätigt.